Leinenführigkeit Hilfe für Zuhause
Leinenführigkeit (BHP1)
Da unsere Dackel kurzbeinige Hunde sind ist es hier angebracht zuerst mit einem Target zu beginnen damit wir dem Hund direkt in der richtigen Position belohnen können. Dies erleichert es dem Hund, weil wir ihm genau anzeigen wann er etwas richtig macht und man gibt ihm die Möglichkeit seine Position selbst zu korrigieren, was das erlernen der Übung mit einem höherem Dopamineauschuss belegt.
- Target erstellen: hierfür kann man einen alten, langstieligen Kochlöffel nehmen (lang genug das der Löffel mit ausgestrecktem Arm die Nase des Hundes erreicht). Man kann auch einen Target stick nutzen, da wäre es angebracht einen zu nutzen den man auch verkürzen kann, muss man aber nicht.
Schritt eins: Man hält dem Hund die breite Seite des Kochlöffels in die Nähe des Hundes. Dieser wird wahrscheinlich aus Neugierde an dem Löffel schnüffeln. Hier gibt man dem Hund ein Bestätigungswort (Ja, jawohl, yep oder ähnliches) und belohnt den Hund. Wenn man etwas tolles benutzt, dann bekommt der Löffel auch einen besonderen Wert (Trockenfutter als Belohnung ist angenehm, aber nicht SUPER für die meisten Hunde. Je höher der Hund die Belohnung bewertet, umso schneller kommt man mit diesem Spiel voran). Das Ergebnis dass wir hier suchen ist eine schnelles freudiges stupsen des Targets.
Schritt 2: Nun bewegt man nach der Belohnung des Hundes den Löffel hin und her , damit der Hund den Löffel aufsuchen muss zum anstupsen. Je schneller er reagiert, umso schwieriger können wir es ihm machen, da dies für den Hund bedeutet er überwindet eine Herausforderung und bekommt durch die Belohnung die folgt, erhöhte Glücksgefühle.
Diese beiden Übungen können in kurzen 2-5 minütigen Abschnitten trainiert werden. Man hört am Besten auf, wenn der Hund gerade super viel Spass hat, damit er sich um so mehr freut wenn das Spiel weitergeht.
- Nun nutzt man den Kochlöffel als Target um den richtigen Ort des Fusses beizubringen. In diesem Fall heisst Fuss nur: gehe an meiner (linken oder rechten) Seite. Man kann mit dem benennen auch noch warten, da wir hier nur den Wert erhöhen neben dem Hundführer zu laufen. Wir beginnen also das Spiel wie oben, und nach der ersten Belohnung fürs Berühren beginnen wir Rückwärts zu laufen mit dem Löffel an der Seite des Beines, damit der Kopf vom Hund auf der Höhe des Beines ist während er sich bewegt. Nun belohnen wir den Hund sofort fürs mitkommen. Die ersten Paar mal nach einem Schritt, dann nach mehreren Schritten (immer noch im Rückwärts Gang) im Wechsel (nach 1, 1, 2, 1,3, 2, 4,1, 5…). Dabei kann man die Leckerli jetzt erstmal neben dem Fuss fallen lassen mit einem Bestätigungswort z.B. JA! nimm‘s
- Wenn man ca. 5 Schritte mehrmaks erreicht hat, dreht man sich herum, damit man mit dem Hund an seiner Seite vorwärts läuft. Wenn der Hund trotz der Drehung dem Löffel hinterherläuft, sofort belohnen. Nun Spielen wir wie oben und wechseln wie viele Schritte der Hund mit einem läuft bevor die Belohnung kommt (immer noch im Rückwärtsgang beginnen). Wenn der Hund dieses Spiel verstanden hat, sollte man es erstmal an verschiedenen Orten üben und auch mit der LOCKEREN Leine (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Gang, Terrasse, Garten, auf dem Spaziergang nach dem lösen, aber ohne andere Ablenkung (keine anderen Hunde oder Spaziergänger!))
- Die Distanz kann nun langsam erhöht werden und man setzt beim Umdrehen das Wort Fuss ein. Wie schon mehrmals erwähnt, ist es hilfreich die Belohnung nicht ewig auf sich warten zu lassen, damit der Hund noch Freude am Spiel hat. Die Leckerchen bauen wir langsam mit dem nächsten Spiel ab. Mit diesem würde ich erst beginnen wenn der Hund nach durchschnittlich 20 Schritten noch fröhlich mitläuft.
- Jetzt erhöhen wir langsam die Ablenkung, in dem wir ein Spiel wie folgt aufbauen. Wir markieren für uns einen Startpunkt und in mehreren Metern Entfernung stellen wir eine Schüssel auf. Mit dem Hund im Sitz an der StartLinie, zeigen wir ihm das wir ein Leckerchen in die Schüssel legen. Nun gehen wir mit ihm im Fuss vom Startpunkt in Richtung Schüssel. Sollte der Hund anfangen vor zu laufen (noch bevor die Leine stramm wird) gehen wir ohne was zu sagen wieder zum Startpunkt zuück. In der Anfangsphase ist es hilfsreich, damit der Hund nicht immer erfolgslos bleibt, ihn häufig am Schuh wie oben zu belohnen. Wenn der Hund bis zur Schüssel in der Fussposition bleibt, kann man ihn zur Schüssel freigeben (nimm’s, hol’s oder ähnliches).
Mit der Zeit kann man beginnen die Häufigkeit der Belohnung am Schuh verringern, (zufällig nicht nur immer weniger, sondern mal nach 2,4,2,5,3,7…Schritten) vor allem wenn man beginnt die Distanz die zurückglegt werden muss, erhöht. Man kann auch die Geschwindigkeit in dem man zur Schüssel läuft ändern, damit der Hund lernt besser darauf aufzupassen.
- Der nächste Schritt ist es den Richtungswechsel einzuführen. Hierzu gibt es zwei Hilfestellungen:
- Man nutzt ein Geräusch und/oder ein Wort, nicht der Name des Hundes, weil man dies sonst für den Rückruf abnutzt, um die Aufmerksamkeit des Hundes zu erlangen.
- Wenn man dessen Aufmerksamkeit hat nutzt man die eigene Körpersprache, um den Hund in den Richtungswechsel einzuladen. Hierbei ist es wichtig das die Leine locker bleibt und man am Anfang den Hund mit dem ersten Schritt mitzugehen sofort belohnt mit Wort und Leckerli. Die Idee ist, dass die Bewegung des Karabiners in die neue Richtung dem Hund ein Sinal gibt. Wenn man die Leine stramm hält dann löst man den Oppositionsreflex im Hund aus, dass ein sofortiges Gegenhalten hervorruft. Zu Beginn, sollte man nur kleinschrittig vorgehen wenn möglich, also rechte Winkel nach rechts (einfacher als links, weil man hier beim Linksführen in den Hund hineinläuft, das je nach Hund Schwierigkeiten hervorrufen kann, bis der Hund das Spiel versteht), anhalten und nach hinten gehen (zuerst wieder Rueckwärts und allmählich wenn der Huns gelernt hat aufzupassen direkt umdrehen. Die einladende Bewegung sollte am Anfang überbetont sein und wenn der Hund gut auf das Geräusch regiert, kann langsam weniger betont werden.
- Nun kombinieren wir Spiel 4 und 6b miteinander (erhöhte Ablenkung durch die Umwelt und Routine):
Wenn wir mit dem Hund spazierengehen und Fuss abfragen wollen, dann geben wir unser Richtungswechselsignal sobald der Hund beginnt voran zu laufen, und ändern die Richtung. Meistens wird man sich umdrehen und zurücklaufen. Sollte der Hund bis ins Ende der Leine laufen und sein Signalgeräusch oder Wort ignorieren, dann bleibt man sofort stehen und wartet ab bis der Hund sich zu einem umdreht. Dies kann am Anfang ziemlich lange dauern, vor allem wenn vorne ein Ablenkung ist. Sobald der Hund sich fragend nach hinten umdreht (und fragt „was ist den jetzt los?“) dann gibt man das Bestägtigungswort dreht sich mit Einladung um und läuft in die andere Richtung. Man kann den Hund belohnen wenn er nun wieder aufmerksam bei Fuss läuft. Belohnt man zu früh, dann belohnt man unter Umständen das in die Leine laufen und Umdrehen, statt umdrehen und mitkommen. Falls er wieder nach vorne rennt, dann wiederholen wir das Ganze nochmal. Viele Hunde lernen ziemlich schnell dass es nur vorwärts geht (ist für den Hund eine Belohnung), wenn man nicht zieht (lockere Leine mit schnuppern), bzw. wenn man Fuss verlangt, am Bein läuft.
Hier gibt es bei einigen Trainern die Vorstellung, dass einem vorher Bewusstsein muss in welchen Bereichen sich der Hund aufhalten darf, wenn die Leine länger ist, und wo, wenn sie kürzer ist. Kurze Leine ist bei Fuss und längere Leine z.B. darf der Hund vorrauslaufen, aber nicht mit Leinendruck, oder er darf hinter einem sein, aber nicht die Seitenwechseln…Das muss jeder für sich regeln, damit der Hund beim spazieren die Arbeit die wir bisher geleistet haben, nicht wieder abwirft, weil die Regeln Wischiwaschi erscheinen.
Damit die Menschenmenge für den Hund kein Problem darstellt, dann sollte man immer mal wieder beim Spaziergang verschiedene Aspekte der Leinenführigkeit üben, auch mal im Ort, z.B. am frühen Morgen, wenn noch nicht so viele Menschen unterwegs sind, und langsam immer mehr Menschen und dann noch Hunde dazu.